Das Wichtigste
Warum steigen die Klickpreise?
Laut Channable stieg der Klickpreis bei Shopping und Performance Max zwischen Juni 2025 und Juni 2026 im Median um 15 %, das sind 0,06 Euro je Klick. Channable nennt drei Ursachen. Zwei liegen außerhalb deiner Kontrolle, die dritte, deine Produktdaten, kannst du beeinflussen. Ob sie auch deinen Preis treiben, musst du prüfen.
Die Zahl stammt aus dem eCommerce Google Ads Benchmark von Channable, veröffentlicht im Juli 2026 (Pressemitteilung). Er wertet 1,38 Milliarden Euro Werbeausgaben von mehr als 10.000 Händlern in der EU und im EWR aus. Channable ist ein Anbieter für Produktdaten, die Zahlen stammen also von einem Anbieter aus dem Feed-Geschäft. Sie gelten für Händler in der EU und im EWR, nicht für jedes einzelne Konto.
Als Ursachen nennt Channable:
- Neue Werbetreibende in Märkten mit niedrigen Mindestpreisen.
- Performance Max, das den Wettbewerb in den Auktionen bündelt.
- Wachsender Abstand zwischen sauberen und schlechten Produktdaten.
Saisonal ist es ähnlich: Im vierten Quartal 2025 lagen die Werbeausgaben 47,9 % über dem ersten Quartal, der Klickpreis 9,1 % höher. Am Rand zeigt die Auswertung auch den Ertrag: Der ROAS lag bei Performance Max 46 % und bei Standard Shopping 43 % niedriger.
Bevor du an Geboten drehst, prüfe, ob dein Preis überhaupt gestiegen ist. Ein Durchschnitt kann steigen, obwohl kein einziger Preis steigt. Ein Beispiel: Kampagne A kostet 0,40 € je Klick, Kampagne B 1,00 €. Im ersten Monat kommen 800 Klicks aus A und 200 aus B, du zahlst 520 € für 1.000 Klicks, also 0,52 € im Schnitt. Im zweiten Monat kommen 600 aus A und 400 aus B, du zahlst 640 € für 1.000 Klicks, also 0,64 €. Beide Preise blieben gleich, der Durchschnitt stieg trotzdem um 0,12 €, weil mehr Klicks aus der teureren Kampagne kamen. Vergleiche deshalb den Preis je Kampagne und Anzeigengruppe, nicht nur den Kontodurchschnitt.
Was kostet dich ein echter Klick wirklich?
Du zahlst für alle berechneten Klicks, aber nur die echten bringen dir Besucher. Der Preis je echtem Klick ist deine Gesamtkosten geteilt durch die Zahl der echten Klicks. Sind ungültige Klicks dabei, liegt er über dem Preis, den dir Google Ads anzeigt.
Ein Rechenbeispiel: Du bezahlst 100 Klicks zu je 1 €, also 100 €. 5 davon sind ungültig und wurden trotzdem berechnet. Dann bekommst du für 100 € nur 95 echte Klicks, und jeder kostet 1,05 €. Fallen die 5 ungültigen Klicks weg, zahlst du 95 € für 95 Klicks, also 1,00 € je echtem Klick. Der angezeigte Klickpreis war in beiden Fällen 1 €, der Preis, den du wirklich für Besucher zahlst, nicht.
In Worten als Formel: Wer p Prozent ungültige Klicks mitbezahlt, zahlt je echtem Klick p geteilt durch (100 minus p) mehr. Bei 5 von 100 sind das gut 5 %, bei 6,33 von 100 sind es 6,8 %. Der Aufpreis ist immer etwas größer als der Anteil, denn er bezieht sich auf die kleinere Zahl der echten Klicks.
Die Ratgeber zu steigenden Klickpreisen, die wir gelesen haben, behandeln diese Rechnung nicht. Sie raten zu Qualitätsfaktor, Suchbegriffen, Feed und Geboten. Das sind sinnvolle Hebel, aber sie setzen alle beim Preis an, nicht bei der Frage, wie viele der bezahlten Klicks etwas wert sind.
Wie viel davon lässt sich damit auffangen?
Einen Teil, aber nicht alles. Nach den Zahlen von Lunio liegt der Anteil ungültiger Klicks bei 4,73 % (Suche) bis 6,33 % (Shopping). Das verteuert einen echten Klick in diesen Konten um 5,0 bis 6,8 %. Der von Channable gemessene Anstieg liegt bei 15 %.
Lunio hat zwischen dem vierten Quartal 2025 und dem zweiten Quartal 2026 rund 414 Millionen Klicks in 88 Handelskonten ausgewertet, im Beobachtungsmodus. Die Zahlen zeigen also Klicks, die an Googles eigenen Filtern vorbeikamen. Lunio verkauft selbst Klickschutz.
| Kanal | Anteil ungültiger Klicks | Ein echter Klick kostet mehr |
|---|---|---|
| Suche | 4,73 % | 5,0 % |
| Alle Kanäle | 5,0 % | 5,3 % |
| Shopping | 6,33 % | 6,8 % |
Quelle der ersten Spalte: Lunio. Die dritte Spalte ist gerechnet: Anteil geteilt durch (100 minus Anteil).
Fallen die ungültigen Klicks weg, sinkt der Preis je echtem Klick um den Anteil selbst, also um 4,7 bis 6,3 %. Verglichen mit den 15 % von Channable ist das ein Teil. Zwei Einschränkungen gehören dazu:
- Es ist ein Durchschnitt, kein Maßstab für dein Konto. Lunio misst Konten ohne Schutz, und der Anbieter hat ein Interesse an hohen Zahlen. Dein Konto kann besser oder schlechter aussehen, und was Google nachträglich gutschreibt, verkleinert den Aufpreis.
- Die Datensätze sind verschieden. Channable misst Klickpreise von Händlern in der EU und im EWR, Lunio ungültige Klicks in 88 Konten. Die Länder der Lunio-Konten nennt der Bericht nicht. Die beiden Zahlen ergeben zusammen keine Bilanz, sie stehen nur nebeneinander.
Ungültige Klicks erklären außerdem nicht, warum der Preis gestiegen ist. Sie machen jeden echten Klick teurer, als er sein müsste, ob die Preise nun steigen oder nicht.
Was senkt den Klickpreis selbst?
Dafür brauchst du andere Hebel als seacashback: ein sauberer Suchbegriffsbericht, passende Anzeigen und Zielseiten, gepflegte Produktdaten und Gebotsziele, die zu deinen Margen passen. Keiner davon wirkt über Nacht, aber sie wirken auf den Preis, den die Auktion verlangt.
- Suchbegriffsbericht und ausschließende Keywords: Lies regelmäßig, bei welchen Suchanfragen deine Anzeigen erscheinen, und schließe aus, was nie kauft. Jeder Klick auf einen unpassenden Begriff erhöht deinen Durchschnitt.
- Anzeige und Zielseite passend zum Suchbegriff: Je besser Anzeige und Seite zur Suche passen, desto weniger musst du für eine gute Platzierung bieten.
- Saubere Produktdaten: Channable nennt den wachsenden Abstand zwischen sauberen und schlechten Feeds ausdrücklich als Ursache. Pflege Titel, Kategorien und Kennzahlen im Feed. Wer Feed und Budget vor dem vierten Quartal vorbereitet, verkraftet die 15 % nach Channables Einschätzung besser.
- Realistische Gebotsziele: Ein Ziel, das deine Marge nicht hergibt, treibt Gebote in Auktionen, die du nicht gewinnen musst. Prüfe deine Ziele gegen die tatsächlichen Erträge.
- Segmente nach Gerät und Ort: Schau, ob einzelne Geräte oder Regionen deutlich teurer und schlechter verkaufen als der Rest, und passe Gebote oder Ausschlüsse an.
Das ist die übliche Liste, und sie bleibt richtig. Die Rechnung aus dem vorigen Abschnitt kommt dazu: Sie klärt, wie viel von dem, was du zahlst, überhaupt bei Besuchern ankommt.
Wie prüfst du ungültige Klicks in deinem Konto?
In Google Ads findest du drei Stellen: die Spalte „Ungültige Klicks“, den Bericht zu Gutschriften für unzulässige Aktivitäten und den Posten „Ungültige Aktivität“ in der Abrechnung. Sie zeigen, was Google erkannt hat, nicht, was an den Filtern vorbeikam.
- Spalte „Ungültige Klicks“ in der Kampagnentabelle. Sie zeigt, was Google herausfiltert und dir nicht berechnet. Ein hoher Wert dort heißt also nicht, dass du dafür zahlst.
- Bericht zu Gutschriften für unzulässige Aktivitäten. Dort siehst du, was Google nachträglich gutgeschrieben hat.
- Abrechnung: Unter „Zusammenfassung“ erscheint der Posten „Ungültige Aktivität“ als negativer Betrag unter „Korrekturen“.
Laut der Google-Ads-Hilfe berechnet Google ungültigen Traffic nicht, den es vor der Abrechnung erkennt. Erkennt es ihn danach, gibt es eine Gutschrift, „soweit angebracht und möglich“. Eine Erstattung im engeren Sinn leistet Google laut eigener Hilfe nicht, sondern weist Korrekturen und Gutschriften aus.
Wichtig für den Vergleich mit Fremdwerkzeugen: Drittanbieter markieren oft Klicks als ungültig, die Google schon ausgefiltert hat. Zählst du deren Zahl und die Gutschriften zusammen, rechnest du manche Klicks doppelt. Lege deshalb die Zeiträume nebeneinander und frage nach, ob das Werkzeug nur Klicks zeigt, die du tatsächlich bezahlt hast.
Wann lohnt ein Prüfantrag?
Wenn du für die letzten 60 Tage ungültige Klicks belegen kannst, die Google nicht ausgefiltert hat. Ältere Zeiträume nimmt Google nicht an. Den Antrag stellst du über das Click-Quality-Formular. Google bestätigt keine einzelnen Klicks und sagt nichts zu, du bekommst also eine Prüfung, kein Ergebnis im Voraus.
Ein Antrag ohne Belege hilft nicht. Bereite vor:
- deine Kundennummer,
- den genauen Zeitraum,
- die Namen der Kampagnen und Anzeigengruppen,
- verdächtige Keywords,
- Serverprotokolle mit IP-Adressen, Geräten und GCLIDs.
Der Haken liegt in den Protokollen: Sie müssen für den Zeitraum existieren, bevor du den Antrag stellst. Wer erst nach dem Verdacht anfängt, Klicks aufzuzeichnen, hat für die Wochen davor nichts in der Hand. Ob Google nach der Prüfung eine Gutschrift ausweist, entscheidet Google allein, und wie die Hilfe sagt, nur soweit angebracht und möglich.
Wie seacashback dir dabei hilft
seacashback prüft die Klicks auf deinen Landingpages, schließt erkannte Bots auf Kontoebene aus und dokumentiert ungültige Klicks so, dass du sie bei Google melden kannst. Du siehst vorab, wie viel deines Budgets betroffen ist, und entscheidest dann.
Der Klickpreis in der Auktion bleibt davon unberührt. seacashback dämpft, was ein echter Klick am Ende kostet, indem ungültige Klicks wegfallen. Das ist, wie die Rechnung oben zeigt, ein kleiner Teil des Anstiegs. Wie verbreitet fehlender Schutz ist, zeigt unser Klickschutz-Report 2026: 97,7 % der Shops mit belegtem Google-Ads-Budget zeigen keinen erkennbaren Klickschutz (439 geprüft, Stand 2. November 2026). Mehr zum Ablauf steht unter So funktioniert's, ein Beispiel aus der Praxis in der Case Study.
Häufige Fragen
Senkt seacashback meinen Klickpreis bei Google?
Nein. In der Auktion ändert seacashback nichts. Es dämpft, was ein echter Klick am Ende kostet, weil erkannte ungültige Klicks wegfallen und du sie bei Google melden kannst. Das ist ein kleiner Teil des Anstiegs, kein Ersatz für die üblichen Hebel.
Muss mein Klickpreis um 15 % steigen?
Nein. Die 15 % sind ein Median über mehr als 10.000 Händler in der EU und im EWR. Dein Konto kann darüber oder darunter liegen. Prüfe zuerst, ob dein Preis je Kampagne wirklich stieg oder nur die Mischung deiner Klicks.
Wo sehe ich ungültige Klicks in Google Ads?
In der Kampagnentabelle in der Spalte „Ungültige Klicks“. Sie zeigt nur, was Google schon herausfiltert und nicht berechnet. Gutschriften findest du in der Abrechnung unter „Korrekturen“ als Posten „Ungültige Aktivität“.
Bekomme ich ungültige Klicks von Google gutgeschrieben?
Das entscheidet Google. Was Google erst nach der Abrechnung erkennt, schreibt es „soweit angebracht und möglich“ gut. Zusätzlich kannst du für die letzten 60 Tage eine Prüfung beantragen, eine Zusage ist das nicht.
